Unser Konzept

Wer wir sind

Das Waldorfkinderhaus Sankt Michael in Aschaffenburg-Schweinheim ist eine familienergänzende Einrichtung für Kinder ab 12 Monaten bis zum Schuleintritt. In zwei altersgemischten Kindergartengruppen und einer Krippengruppe begleiten wir die Kinder behutsam auf ihrem Weg ins Leben – getragen vom Verein für Waldorfpädagogik Aschaffenburg e.V.

Unser Menschenbild

Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist die anthroposophische Menschenkunde Rudolf Steiners, die im Menschen eine Einheit von Leib, Seele und Geist erkennt. Jedes Kind bringt von Geburt an die Fähigkeit zur eigenen Bildung mit – unsere Aufgabe ist es, ihm dafür ein Umfeld zu schaffen, in dem es sich angenommen fühlt und seine Individualität entfalten kann. Wir begegnen jeder Familie offen, wertschätzend und ohne Vorurteile.

Wie wir den Tag gestalten

Unser Alltag folgt einem rhythmischen Wechsel von Ein- und Ausatmen – Phasen freien Spiels treten in Dialog mit gemeinsamen, geführten Momenten wie dem Morgenkreis, dem gemeinsamen Frühstück oder dem Abschlusskreis. Jeder Wochentag trägt seine eigene Farbe: der Waldtag, die Eurythmie, das Aquarellmalen, das Brötchenbacken. Wiederholung und Ritual geben den Kindern Halt, Sicherheit und ein wachsendes Gefühl für die Zeit.

Unsere Lernumgebung

Unsere Räume sind bewusst in warmen, dem ersten Jahrsiebt entsprechenden Farbtönen gestaltet, ausgestattet mit Spielmaterial aus echtem Naturmaterial – Holz, Wolle, Wachs, Muscheln, Steine. Gerade weil dieses Material unfertig und zweckungebunden ist, regt es die Phantasie der Kinder an und lädt zu immer neuen Bauwerken, Geschichten und Rollenspielen ein. Unser großzügiger Garten ergänzt den Innenraum als Ort der Bewegung und Naturerfahrung.

Eingewöhnung und Übergänge

Bereits im Vorfeld der Aufnahme begleiten wir Eltern und Kind mit Info-Tagen, Spielstunden und persönlichen Gesprächen, damit die Ablösung vom Elternhaus sanft gelingen kann. Auch der Übergang von der Krippe in den Kindergarten und später in die Schule wird achtsam vorbereitet – etwa durch gemeinsame Feste, Schnuppertage und enge Kontakte zu umliegenden Grundschulen.

Feste im Jahreslauf

Erntedank, Laternenfest, Adventsgärtlein, Weihnachtsfeier, Fasching, Ostern und das Sommer-/Johannisfest begleiten die Kinder durch das Jahr und schenken ihnen wiederkehrende Höhepunkte, auf die sie sich freuen können. Auch der eigene Geburtstag wird im Kinderhaus festlich begangen.

Bewegung, Sprache und Kunst

Eurythmie, Reigen, Singen und freies Spiel fördern Grob- und Feinmotorik ebenso wie die seelische Balance der Kinder. Eine bildhafte, liebevolle Sprache der Erzieherinnen und das regelmäßige Erzählen von Märchen und Geschichten legen das Fundament für spätere Sprachfreude und Lesefähigkeit. Auf elektronische Medien verzichten wir im Vorschulalter bewusst – Medienkompetenz, davon sind wir überzeugt, wächst aus realer Sinneserfahrung.

Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Wir verstehen Bildung als gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Kinderhaus. Regelmäßige Elternabende, jährliche Entwicklungsgespräche und die aktive Mitwirkung der Eltern in Arbeitskreisen und im Plenum tragen unsere Einrichtung mit.

Qualität als lebendiger Prozess

Wöchentliche Teambesprechungen, regelmäßige Fortbildungen, Supervision und das Qualitätsmanagement „Wege zur Qualität“ sorgen dafür, dass sich unsere Arbeit stetig weiterentwickelt – immer im Dialog mit den Bedürfnissen der Kinder und Familien unserer Zeit.


Schutzkonzept

Unser Schutzversprechen

Im Waldorfkinderhaus Sankt Michael sehen wir uns als einen Ort, an dem Kinder sich sozial, seelisch, körperlich und geistig gesund entwickeln dürfen – getragen von gegenseitigem Vertrauen zwischen Kind, Familie und Pädagogen. Diesem Auftrag stellen wir uns auch ganz konkret: Mit unserem Schutzkonzept übernehmen wir Verantwortung dafür, dass jedes Kind bei uns sicher, gesehen und geschätzt aufwächst. Ein bekanntes Wort begleitet unsere Haltung: Jede Erziehung ist letztlich Selbsterziehung – und wir verstehen uns als liebevolle Umgebung, in der sich das Kind selbst entwickeln darf.

Beteiligung und offenes Gehör

Kinder haben das Recht, in allem mitzusprechen, was sie betrifft. Im Alltag erleben sie das ganz praktisch: Sie wählen selbst, mit wem und wo sie spielen, ob sie beim Tischdecken helfen oder lieber ins Freispiel eintauchen möchten – und werden so in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt. Auch die Eltern haben vielfältige Möglichkeiten, sich einzubringen und Anliegen zu äußern: über Arbeitskreise, einen anonymen Kummerkasten, jährliche Elterngespräche, den Elternbeirat oder – bei Bedarf – über eine externe Fachberatung der Vereinigung der Waldorfkindergärten.

Vorsorge im Alltag

Schon bevor neue Mitarbeitende bei uns beginnen, prüfen wir das erweiterte Führungszeugnis und besprechen mit ihnen unseren verbindlichen Verhaltenskodex. Im Alltag achten wir auf einen geschützten, aber offenen Rahmen – etwa bei der Pflege oder beim Toilettengang, wo Türen bewusst nicht ganz geschlossen werden. Wir begleiten die kindliche Entwicklung von Körperbewusstsein und Intimsphäre achtsam und altersgerecht: Kinder dürfen "Nein" sagen und werden darin ernst genommen, Hilfe holen gilt nie als Petzen, und wir benennen den Körper fachlich korrekt, statt ihn zu verschweigen. Klare Regeln zu Nähe und Distanz, zur Sprache, zu Fotografien oder zum Verhalten bei Spaziergängen geben unserem Team und den Familien gleichermaßen Orientierung. Regelmäßige Fortbildungen und ein enger Austausch mit dem Jugendamt halten dieses Wissen lebendig.

Wenn wir genau hinschauen müssen

Sollten wir Anzeichen wahrnehmen, die uns Sorge bereiten, gehen wir besonnen und nach einem klaren, mehrstufigen Verfahren vor: Wir beobachten und dokumentieren sorgfältig, beraten uns im Team und ziehen bei Bedarf eine erfahrene, unabhängige Fachkraft hinzu. Erst danach folgt – sofern es dem Schutz des Kindes nicht entgegensteht – das Gespräch mit den Eltern. Dieser Weg gilt für Sorgen aus dem familiären Umfeld ebenso wie für mögliches grenzüberschreitendes Verhalten innerhalb unseres eigenen Teams; auch hierfür gibt es feste, transparente Abläufe bis hin zur Information des Trägers und, wenn nötig, des Jugendamtes.

Unser Anliegen

Wir sehen uns als familienergänzenden Ort und stehen in der Verantwortung, das Wohl jedes einzelnen Kindes über seine gesamte Lebenswelt hinweg im Blick zu behalten. Unser Schutzkonzept ist dabei kein starres Dokument, sondern wird von uns immer wieder hinterfragt und weiterentwickelt.

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